Ehrung fürs Tageblatt

Von Karlotta Bahnsen aus Berlin
Das “Argentinische Tageblatt” hat den Medienpreis “Dialog für Deutschland” gewonnen. Bundestagspräsident Norbert Lammert nahm am Mittwoch, dem 23. Mai 2012, in Berlin die Ehrung vor, bei der unsere Zeitung für ihren Beitrag zur Völkerverständigung ausgezeichnet wurde. Chefredakteur Stefan Kuhn war vor Ort, um den erstmals verliehenen Preis entgegenzunehmen. Er wird von der Stiftung “Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland” und der Internationalen Medienhilfe verliehen und ist mit 5000 Euro dotiert. Die “Lufthansa” unterstüzte die Organisatoren.

Die Jurymitglieder aus Politik und Medien würdigten vor allem das “vorbildliche und langjährige Engagement” sowie die “freie, demokratische und liberale Tradition” des Tageblatts und der Herausgeberfamilie Alemann. 28 Zeitungen hatten an dem Wettbewerb teilgenommen. Einen Sonderpreis erhielt die “Prager Zeitung”.

Der Wettbewerb, der künftig alle zwei Jahre stattfinden soll, wurde ins Leben gerufen, um den Stellenwert von deutschsprachigen Medien im Ausland zu fördern. Er soll einen ersten Schritt auf dem Weg zu einer besseren Vernetzung zu den Medien in Deutschland sowie eine Unterstützung der im Ausland arbeitenden Herausgeber und Journalisten darstellen. Schließlich leben rund 14 Millionen Deutsche im Ausland. Für sie seien deutsche Medien eine “unverzichtbare Brücke zu ihrer Heimat”, so die Stiftung. Außerhalb des deutschen Sprachraums erscheinen mehr als 2000 deutschsprachige Zeitungen, Zeitschriften und Mitteilungsblätter.

Bundestagspräsident Lammert betonte in seiner Laudatio die Wichtigkeit der Pflege der deutschen Sprache, denn eine Weltsprache ist Deutsch nicht. Trotzdem gebe es aber eine Zukunft für Deutsch und die gelte es zu gestalten, so Lammert.

Entrega de Premio

(v.l.) Dr. Kay Lindemann, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Automobilindustrie; Victorio Taccetti, argentinischer Botschafter in Deutschland; die Gastgeberin, Staatssekretärin Dr. Martina Krogmann, die Bevollmächtigte des Landes Niedersachsen beim Bund; Roxana Alemann von der Herausgeberfamilie des Argentinischen Tageblatts; Stefan Kuhn, Redaktionsleiter des Argentinischen Tageblatts; Prof. Dr. Norbert Lammert, Bundestagspräsident, Christoph Lanz, Multimediadirektor Global der Deutschen Welle; Hartmut Koschyk, Parlamentarischer Staatssekretär MdB, Ratsvorsitzender der Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland.



Unser Gütesiegel

Medienpreis Stiftung Verbundenheit

Die Jury der deutschen “Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland” hat unter 28 Bewerbern das “Argentinische Tageblatt” als die beste auslandsdeutsche Zeitung erkoren. Der Medienpreis wurde zum ersten Mal vergeben. Bundestagspräsident Professor Dr. Norbert Lammert MDB übergab den Preis am 23. Mai 2012 unserem Redaktionsleiter Stefan Kuhn in der Vertretung des Landes Niedersachsen in Berlin. Als Bewerber waren Tages-, Wochen- und Monatszeitungen in Ländern außerhalb von Deutschland, der Schweiz, Österreich, Luxemburg und Liechtenstein zugelassen.

Dieses Gütesiegel als beste auslandsdeutsche Zeitung erfüllt uns in der Leitung, Redaktion und Verlagsverwaltung mit Stolz als Anerkennung unserer Arbeit, unsere Leser der Druckausgabe und im Internet zu informieren. Wir bemühen uns stets, die Information möglichst konzis zu halten, anders als die Landespresse, deren Redakteure vielfach ausschweifend schreiben und deren Leser Mühe haben, den eigentlichen Sinn der Texte auszumachen. In unserer Berichterstattung sind wir bestrebt, das Wichtigste darzustellen und Wiederholungen zu vermeiden.

Wir sind dank diesem Gütesiegel freilich nicht nur die beste auslandsdeutsche Zeitung, sondern auch die älteste, zudem im Familienverlag derzeit in vierter Generation der Herausgeber und der fünften mit Eliana Alemann in der Anzeigenwerbung. Einige Mitglieder der sechsten Generation haben gelegentlich als Studenten in unserer Verwaltung mitgeholfen.

Unser Gründer Johann Allemann (Juan Alemann in Argentinien) aus Jegensdorf bei Bern in der Schweiz, Sohn eines Lehrers aus Farnern im Berner Jura, begann seine journalistische Laufbahn im Jahr 1848 nach dem Sonderbundskrieg, an dem er als Soldat auf der Siegerseite teilgenommen hatte, als Korrespondent im Parlamentarischen Rat der Kantonalregierung der Bundeshauptstadt Bern für die heute noch in der deutschsprachigen Schweiz erscheinenden “Neue Zürcher Zeitung” und “Der Bund” und gab später in eigener Druckerei das “Berner Blatt” sowie die “Schweizerische Auswanderungszeitung” heraus, die ihm den Kontakt mit Argentinien herstellte. Präsident Domingo Faustino Sarmiento (1868-1874) lud ihn ein, sich hier niederzulassen und für die Einwanderung von Nordeuropäern zu werben. Johann Alemann gründete mit seinem ältesten Sohn Moritz zuerst 1874 die Zeitung “Der argentinische Bote” in Santa Fe und 1878 das “Argentinische Wochenblatt” in Buenos Aires, dem schließlich als Tageszeitung 1889 das “Argentinische Tageblatt” folgte. Die Zeitung erscheint seit 1981 als Wochenzeitung, hat aber den Charakter der Tageszeitung beibehalten.

Das sind in vier Generationen 164 Jahre Journalismus in Folge mit den zwei Söhnen von Johann Alemann, Moritz und Theodor, seinen Enkeln Dr. Ernesto und Eduardo, sowie den Urenkeln Dr. Peter, Eduardo A., Dr. Roberto T. und Dr. Juan E. Alemann, insgesamt neun Familienmitglieder, die Journalismus in deutscher Sprache betrieben haben. Alle Herausgeber, Direktoren, Verlagsverwalter und Mitarbeiter der Zeitungen der Familie sind dem liberalen Gedankengut des Gründers treu geblieben.

Wir sind stolz auf unsere Tradition und bedanken uns für die Auszeichnung durch das Gütesiegel des Preises. Sicherlich sind wir die einzige Zeitung in deutscher Sprache im Ausland, die über anderthalb Jahrhunderte Journalismus in deutscher Sprache in der gleichen Familie betrieben und dabei politische Wirren, Verbote und Verfolgungen überstanden hat. Unser Gütesiegel beherzigt auch unseren Kampf für demokratische Institutionen, anfangs für die Republik zu einer Zeit, da in Europa außer der Schweiz und kurz vorher Frankreich Monarchien als Staatsform vorherrschten. Die politische Entwicklung nach zwei Weltkriegen und zahllosen Revolutionen hat uns Recht gegeben. Heute gilt die Demokratie mit freien Wahlen und Achtung der Menschenrechte als das bestmögliche Format der Politik in jedem Land. Der Kampf, den die Zeitung unter Dr. Ernesto F. Alemann als Direktor gegen den Nationalsozialismus in Deutschland während der dreißiger Jahre führte, gilt auch als Bestandteil unseres Gütesiegels.

Wir liefern unseren Lesern eine umfassende Information über die internationale Politik mit Schwerpunkt auf den deutschsprachigen Raum Europas, ferner über die argentinische Politik sowie in Lateinamerika, mit Schwerpunkt auf der Wirtschaft. Unsere Leser werden umfassend und konzis über die argentinische und internationale Wirtschaft informiert und mit Kommentaren und grundlegenden Analysen unterrichtet. Wir sind sicherlich die beste Informationsquelle in deutscher Sprache über Argentinien, die zumal dank Internetausgabe im deutschsprachigen Raum Europas gelesen wird. Auch das gehört zu unserem Gütesiegel.

Selbstverständlich beschränken wir uns nicht auf Politik und Wirtschaft. In “Hüben und Drüben” liefern wir Feuilleton, andere Sparten informieren über Kultur, Wissenschaft, Umwelt, Medizin, Sport, Auto und Motor sowie Tourismus, während die Seite der Frau für unsere Leserinnen geschrieben wird, aber auch von Männern gerne gelesen wird. Auf mehreren Seiten veröffentlichen Religionsgemeinschaften, Sportklubs, Seniorenheime und kulturelle Institutionen ihre Mitteilungen. Für Unterhaltung sorgen Kreuzworträtsel, ein gezeichnetes Suchspiel und Zitate. In den Sonderausgaben zu unserem Jubiläum jeweils Ende April und für nationale Jahrestage in Deutschland, der Schweiz und Österreich, ebenso zu Ostern und Weihnachten, publizieren wir Artikel von Mitarbeitern, darunter auch von deutschsprachigen Praktikanten, die jeweils für mehrere Monate bei uns hospitieren. Sie pflegen in der Folge eine journalistische Laufbahn in ihren Heimatländern einzuschlagen.

All das mögen die Mitglieder der Jury in Betracht gezogen haben, als sie uns das Gütesiegel zugestanden haben. Wir werden auch in Zukunft unserer Tradition treu bleiben.

Dr. Roberto T. Alemann, Direktor
Dr. Juan E. Alemann, Herausgeber


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