In dieser Ausgabe, Freitag 19. Oktober:

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TITELSEITE

EU-Gipfel der Minischritte
Brexit und Flüchtlingsfrage Themen in Brüssel
Brüssel (dpa) - In die völlig blockierten Brexit-Verhandlungen kommt doch wieder etwas Bewegung. Beim EU-Gipfel in Brüssel zeigte sich die britische Premierministerin Theresa May gestern offen für eine längere Übergangsphase nach dem für 2019 geplanten EU-Austritt - ein EU-Vorschlag, der im Idealfall einen Kompromiss anbahnen könnte. Ob, wann und wie dies gelingt, blieb aber nach dem zweitägigen EU-Treffen offen. Auch bei der Asylpolitik und möglichen Reformen der Eurozonen kam die EU kaum weiter.

 

ARGENTINIEN

In der Luft
Nach Öffnung der Luftfahrtbranche in Argentinien haben die Fluggesellschaften Rekorde auf Inlandsrouten erzielt. Im September flogen 1,2 Millionen Passagiere - so viel wie nie.

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GEMEINSCHAFTEN

Im Gespräch
Sollte für die Nutzung von Smartphones ein Mindestalter vorgeschrieben werden? Beim Finale von „Jugend debattiert“ in der Deutschen Schule Hurlingham Schüler wurde diese Frage diskutiert.

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KULTUR

Im Blickpunkt
Argentinien war dieses Jahr auf der Internationalen Buchmesse in Frankfurt am Main vertreten: Im argentinischen Pavillon wurden mehr als 200 Werke von rund 90 Verlagen ausgestellt.

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SPORT

In Nöten
In der Nations League steht Deutschland vor dem Abstieg. Nach einem ganz bitteren 0:3 in den Niederlanden kassierte das Team von Bundestrainer Joachim Löw zuletzt ein 1:2 in Frankreich.

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Auch in dieser Ausgabe:

INTERNATIONALES
- Was geschah mit Khashoggi? Das Verschwinden des saudischen Regimekritikers bleibt ein Rätsel.
Istanbul/Washington (dpa/nk) - Nach der mutmaßlichen Ermordung des saudischen Regimekritikers Jamal Khashoggi in Istanbul lanciert die türkische Regierung weitere Indizien, die den Verdacht auf das direkte Umfeld des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman lenken. Die türkische Regierungszeitung „Sabah“ benannte in ihrer Donnerstagsausgabe den angeblichen „Kopf des Vollstreckungsteams“. Der Mann habe den Kronprinzen Saudi-Arabiens auf seinen Reisen oft begleitet, hieß es in dem Artikel. Die „New York Times“ hatte den Mann zuvor ebenfalls als häufigen Begleiter des Prinzen identifiziert.


- Amoklauf an empfindlichster Stelle. Die Krim trauert um erschossene Schüler und Lehrer.
Kertsch (dpa) - Olga Grebennikowa war völlig fassungslos. „Es ist alles voller Leichen, alles voller Kinderleichen. Ein richtiger Terrorakt!“, rief die Schulleiterin.

DEUTSCHSPRACHIGER RAUM
- Geiselnahme in Köln. Fahnder prüfen Terror-Hintergrund.
Köln (dpa) - Nach dem Brandanschlag und der Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof prüft die Polizei einen terroristischen Hintergrund der Tat. Denn mit dem Brandanschlag wollte der Täter offenbar möglichst viele Menschen treffen. Es sei großes Glück, dass nicht viel mehr Menschen verletzt worden seien, betonte der Kölner Kripochef Klaus-Stephan Becker am Dienstag. Zwei Stunden lang hatte sich der Täter am Montag nach dem Brandanschlag auf eine McDonald‘s-Filiale im Kölner Hauptbahnhof mit einer Geisel in einer Apotheke verschanzt, bevor die Polizei zugriff.

MEINUNG
- Eine Lösung für die Elendsviertel. Von Juan E. Alemann.
Der Senat hat in der Vorwoche das Gesetz verabschiedet, das die Umwandlung der 4228 Elendsviertel in städtischen Gebieten des Landes in normale Bezirke zur Folge haben soll. Das Gesetzesprojekt erhielt die Zustimmung einer überwältigender Mehrheit der Deputierten und Senatoren und wurde auch von sozialen Organisationen unterstützt, wie “Movimiento Evita” und “Barrios de piè”. Es handelt sich um den ersten, äußerst wichtigen, Schritt zur Überwindung dieses sozialen Problems, das in einem Land wie Argentinien nicht existieren sollte.


- Im Blickfeld: Entspannung in Bayern. Von Stefan Kuhn.
Es war kein Erdbeben, allenfalls ein mittelschwerer Erdrutsch. Für den amtierenden Ministerpräsidenten Markus Söder könnte sich das Ergebnis der bayrischen Landtagswahlen auch wie ein kleiner Sieg anfühlen. Zugegeben, Siege sehen anders aus, und nach dem zweitschlechtesten Wahlergebnis der CSU und einem Verlust von über zehn Prozentpunkten gegenüber 2013 auch nur von einem kleinen Erfolg zu sprechen, würde als Realitätsverlust aufgefasst werden. Söder verhält sich dementsprechend demütig. Auf der anderen Seite steht er gar nicht so schlecht da.

HINTERGRUND
- „Drohende Vertreibung aus dem Paradies“. Horst Seehofer übt nach der CSU-Niederlage leise Selbstkritik. Von Martina Herzog und Christoph Trost.
Berlin/München - Der neue Seehofer gibt sich als sanfter Seehofer. Es müsse immer klar sein, was man vertrete, erklärt der Innenminister und CSU-Chef. „Aber man kann richtige Positionen auch milde“ - er korrigiert sich - „milder vertreten“. Seine Meinung müsse man schon noch sagen dürfen.

ARGENTINIEN
- Peronisten mehr zersplittert denn je. Diverse Veranstaltungen zum „Tag der Treue“.
Buenos Aires (AT/mc) - Es war wieder einmal viel von Einheit und Geschlossenheit die Rede. Doch tatsächlich gab die peronistische Opposition am vorgestrigen „Tag der Treue“ vor allem eines ab: ein Bild der Zerrissenheit. Anstatt mit einer landesweiten Großkundgebung den Anspruch zu demonstrieren, im nächsten Jahr die Regierungsverantwortung zurückzuerobern, gab es eine Vielzahl von Veranstaltungen, an denen namhafte peronistische Politiker teilnahmen.

LATEINAMERIKA
- Piñera in Deutschland. Chile sucht Unterstützung gegen Venezuela.
Hamburg - Chiles Staatschef Sebastián Piñera hat die Bundesregierung um Unterstützung dafür gebeten, gegen Venezuelas Regierung vor dem Internationalen Strafgerichtshof vorzugehen. „In Venezuela herrscht keine Demokratie, es ist eine Diktatur“, sagte Piñera in Hamburg. Ein militärischer Eingriff zur Wiederherstellung der Demokratie sei jedoch keine gute Option. Chile habe mit anderen lateinamerikanischen Staaten einen Bericht über Menschenrechtsverletzungen in Venezuela bei dem Internationalen Strafgerichtshof eingereicht, der von Frankreich unterstützt worden sei. Hierüber habe er am Dienstag in Berlin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gesprochen. „Wir hätten gerne auch die Unterstützung Deutschlands“, sagte Piñera.

SPORT
- Nick Schmahl springt auf Platz fünf. TSV-Athlet schafft bei Jugend-Olympiade in Buenos Aires 7,27 Meter. Von Marcus Christoph.
Buenos Aires - Am Ende ballte Nick Schmahl die Faust zum Jubel. Im allerletzten Sprung bei der Jugend-Olympiade in Buenos Aires erzielte der Weitspringer aus Norddeutschland am Montag mit 7,27 Metern seine beste Weite und kletterte so im Gesamtklassement noch auf einen starken fünften Rang. Bis dahin hatte der junge Sportler des TSV Heiligenhafen, welcher auch der Heimatverein des Verfassers ist, in einem Feld von ursprünglich 16 Startern auf dem achten Platz rangiert.


- Athleten feierten mit Thomas Bach. Geselliges Beisammensein bei „German Sports Youth Night“.
Buenos Aires (AT/mc) - Nach Tagen der Konzentration auf sportliche Höchstleistungen wartete am Dienstag ein geselliger Abend auf die deutschen Nachwuchsolympioniken und ihre Trainer und Betreuer. Die Deutsche Botschaft, der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Deutsche Sportjugend luden zur „German Sports Youth Night“ in die Gaststätte „Rabieta“ im Hippodrom von Palermo. Besonderer Gast des Abends war Thomas Bach, der Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).


- Gold für Deutschland im Stabhochsprung. Leni Freyja Wildgrube aus Potsdam triumphiert.
Buenos Aires (AT/nk) - Vor vollbesetzten Rängen hat sich die deutsche Stabhochspringerin Leni Freyja Wildgrube in einem spannenden Wettbewerb in der Leichtathletikarena des Olympiaparks in Villa Soldati die Goldmedaille gesichert.


- Deutschland und Argentinien teilen sich Gold. Radfahrduos punktgleich auf dem ersten Platz im BMX Freestyle.
Buenos Aires (AT/nk) - Das Berliner Radfahrduo Lara Lessmann und Evan Brandes teilen sich punktgleich mit den Argentiniern Agustina Roth und Iñaki Iriartes den ersten Platz im BMX Freestyle Mixed Wettbewerb der Olympischen Jugendspiele.


- Breakdance und Futsal. Olympia experimentiert bei den Jugendspielen / Bach lobt Buenos Aires. Von Denis Düttmann.
Buenos Aires (dpa/mc) - Ram und Bumblebee haben sich in die Annalen Olympias eingeschrieben. Die 17-jährige Japanerin und der 18-jährige Russe sind die ersten Jugendolympiasieger im Breakdance. „Ich mache seit neun Jahren Breakdance und die Medaille ist ein Geschenk für meine Familie“, sagt Bumblebee. „Ich genieße diesen Moment, denn es ist das erste Olympische Gold in der Geschichte.“ In der Sportart ist es üblich, dass die Athleten beim Vor- oder Künstlernamen genannt werden.


- Deutschland auf Rang 23. Dreimal Gold, viermal Silber, zweimal Bronze.
Buenos Aires (AT/mc) - Die deutsche Mannschaft holte bei den Olympischen Jugendspielen in Buenos Aires insgesamt drei Gold-, vier Silber- und zwei Bronzemedaillen. Ganz oben auf dem Siegertreppchen landeten Rafaela Igl (Judo), Lara Lessmann, Evan Brandes (BMX Team) und Leni Wildgrube (Stabhochsprung). Silber gewannen Angelina Köhler (100 m Schmetterling), Marie Scheppan (Laufen, 400 Meter), Zola Lewandowski (Kanu-Slalom) und Paul Veltrup (Fechten). Über Bronze konnten sich Anastasia Blayvas (Ringen) und Angelina Köhler (50 Meter Schmetterling) freuen.


- Schweizer Bilanz durchwachsen. Nations League: Österreich besiegt Nordirland.
Buenos Aires (mc/dpa) - Eine Niederlage und ein Sieg - so liest sich die jüngste Bilanz der Schweiz in der Gruppe 2 der Nations League A. Zunächst mussten sich die Eidgenossen am vorigen Freitag dem WM-Dritten Belgien mit 1:2 (0:0) geschlagen geben. Romelu Lukaku erzielte in Brüssel beide Treffer für die Belgier (58./84. Minute). Mario Gavranović war in der 76. Minute der zwischenzeitliche Ausgleich gelungen.


- Triumph mit Heiratsantrag.
Kailua-Kona (dpa) - Die Bühne für den emotionalen Höhepunkt mit einem Heiratsantrag im Flitterwochenparadies hatte sich Patrick Lange selbst bereitet. Nach seinem zweiten WM-Triumph in der Fabelzeit von 7:52:39 Stunden mobilisierte der 32 Jahre alte Hesse die letzten noch verbliebenen Kräfte, kniete sich im Ziel auf Hawaii vor seine völlig verdutzte Freundin Julia Hofmann und hielt um ihre Hand an. „Ich bin losgelaufen und habe mir gedacht: Das mach ich heute. Das hat mich wirklich angetrieben“, sagte Lange. Mit seinem erneuten WM-Gewinn setzte er die Ära deutscher Hawaii-Sieger seit 2014 fort.


- Erster Titel für Schumi jun.
Hockenheim (dpa) - Im Moment des Triumphes dachte Mick Schumacher wie einst Papa Michael schon an das nächste Ziel. Statt einer Partynacht nach seinem Titelgewinn in der Formel 3 verschwand der Sohn des Formel-1-Rekordweltmeisters früh ins Bett. Schließlich wollte „Schumi“ junior auch für das Saisonfinale am Sonntag ausgeschlafen sein, das er auf dem zweiten Rennrang beendete. „Ich bin wirklich dankbar, dass ich diesen Moment und diesen Traum leben kann“, sagte der 19-Jährige, als er in Hockenheim vorzeitig seinen ersten Titel als Rennfahrer perfekt gemacht hatte.

WISSENSCHAFT
- „Kolumbus im 21. Jahrhundert“. Europäische Sonde fliegt zum Merkur. Von Ira Schaible.
Die europäisch-japanische Raumsonde BepiColombo startet am Samstagmorgen zum Merkur - sieben Jahre dauert ihre Reise. Dann beginnt die Forschung. Es ist die anspruchsvollste Mission der Esa in ihrer mehr als 40-jährigen Geschichte.


- Sprechtraining und Dopamin. Besser mit Morbus Parkinson leben. Von Alexandra Bülow.
Frankfurt/Main - Der Gang wird unsicherer, manchmal fühlt sich der Körper schwerfällig und steif an. Die Sprache wird nuschelig und das Schlucken ist auf eine merkwürdige Weise mühsam. Wenn ältere Menschen diese Beschwerden bei sich feststellen, glauben sie oft, dass es Anzeichen des Älterwerdens sind. Und sie kriegen den Satz „So ist das eben, wenn man älter wird“ dann auch oft zu hören. Sie sollten aber auf eine genauere Untersuchung drängen. Denn solche Symptome können auch auf etwas anderes hinweisen: auf Morbus Parkinson.

GEMEINSCHAFTEN
- „Debatten stärken die Grundsteine der Demokratie“. „Jugend debattiert“ geht in die dritte Runde. Von Lisa Klöcker.
Buenos Aires (AT) - Sollte für die Nutzung von Smartphones ein Mindestalter vorgeschrieben werden? Eine Frage, zu der wahrscheinlich selbst der eine oder andere Erwachsene keine eindeutige Meinung hat. Beim nationalen Finale von „Jugend debattiert“ in der Deutschen Schule Hurlingham am vergangenen Freitag haben sich vier Schüler aus Misiones, Córdoba und dem Großraum Buenos Aires mit genau dieser Frage auseinandergesetzt. Die Finalisten Lucca di Benedetto, Facundo Gazzano, Delfina Bórquez und Vanessa Schofen, die bereits im Vorfeld mit ihren Argumenten überzeugen und sich gegen 20 weitere Schüler durchsetzen konnten, debattierten auf Deutsch eine knappe halbe Stunde über die Möglichkeit eines Mindestalters bei Smartphones.


- Über alle Grenzen hinweg. Ehrenamtliche der Deutschen Sportjugend zu Gast in deutscher Schule Ballester. Von Nicole Klostermann.
Buenos Aires - In den letzten zwei Wochen war die Welt zu Gast in Argentinien, und Buenos Aires hieß sie mit einer wunderbaren Leichtigkeit willkommen.

KULTUR
- „Nicht jede Gegenstimme verdient Respekt“. Der deutsche Buchhandel verleiht den Friedenspreis.
Frankfurt/Main (dpa/nk) - Die Kulturwissenschaftler Aleida und Jan Assmann haben am Sonntag in der Frankfurter Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels entgegengenommen. In ihrer Dankesrede forderten sie einen Grundkonsens in der Demokratie wie die Werte der Verfassung oder die Gewaltenteilung. „Nicht jede Gegenstimme verdient Respekt“, betonte das Ehepaar. Wer die Meinungsfreiheit untergraben wolle, habe keinen Respekt verdient.


- Unverhofft kommt oft. Banksy hätte scheinbar gern noch etwas mehr geschreddert. Von Nicole Klostermann.
Buenos Aires - Sie erinnern sich? Letzte Woche berichteten wir an dieser Stelle über den britischen Streetartkünstler „Banksy“, der mit einem geschickten Coup von sich reden machte. Sein Bild „Girl with Balloon“ wurde vergangene Woche für knapp 1,2 Millionen Euro im Londoner Auktionshaus Sotheby‘s versteigert. Nur wenige Momente, nachdem der Hammer fiel, aktivierte sich jedoch überraschend ein versteckter Schredder im üppigen Rahmen des Werkes und zerstörte das Gemälde. Das Bild hing daraufhin zur Hälfte in Streifen aus dem Rahmen heraus.

WIRTSCHAFT
- Deutschland weltweit führend bei Innovationsfähigkeit.
Deutschland ist bei der Innovationsfähigkeit nach einer neuen Analyse des Weltwirtschaftsforums (WEF) weltweit nicht zu übertreffen. Die Bundesrepublik liegt auf Platz eins vor den USA, wie die Stiftung in ihrem Globalen Wettbewerbsbericht 2018 ausführt. Ausschlaggebend waren unter anderem die Zahl der angemeldeten Patente, sowie wissenschaftliche Veröffentlichungen und die Zufriedenheit der Kunden mit deutschen Produkten - das feuere die Unternehmen immer wieder zu Verbesserungen und Erneuerungen an.


- US-Großbanken mit hohen Gewinnen.
Die amerikanischen Großbanken JPMorgan Chase, Citigroup und Wells Fargo haben im Sommer dank niedrigerer Steuern, höherer Zinsen und der boomenden US-Wirtschaft glänzend verdient. Das größte US-Geldhaus JPMorgan Chase steigerte den Gewinn im dritten Quartal um fast ein Viertel auf enorme u$s 8,4 Mrd., wie aus dem am Freitag in New York veröffentlichten Finanzbericht hervorgeht. Vorstandschef Jamie Dimon sprach von „starken Ergebnissen“ mit gutem Wachstum in allen Geschäftsbereichen.


- Spaniens Banken vor unerwarteten Problemen.
Wenige Jahre nach der Überwindung einer schweren Krise drohen den spanischen Banken unerwartete Ausgaben in Milliardenhöhe. Nach einem am Donnerstag veröffentlichten Urteil des Obersten Gerichtshofes in Madrid muss bei der Gewährung eines Hypothekendarlehens das Geldhaus und nicht der Kreditnehmer die Kosten für die notarielle Beurkundung des Darlehensvertrags übernehmen. Die Ratingagentur Moody‘s hatte schon im März geschätzt, dass eine solche Entscheidung für den spanischen Bankensektor bei den zu erwartenden Rückforderungen eine Belastung von insgesamt mindestens E 4 Mrd. bedeuten könnte.

WIRTSCHAFTSÜBERSICHT
- Der Inflationssprung vom September und die Folgen. Von Juan E. Alemann.
Der Index der Konsumentenpreise des Statistischen Amtes (INDEC), mit dem die Inflation gemessen wird, verzeichnet im September eine Zunahme von 6,5%, womit es in 9 Monaten 2018 schon 32,4% sind, und in den letzten 12 Monaten 40,5%. Für ganz 2018 rechnet man jetzt mit über 45%, eventuell auch 50%. Die Inflation ist eine Stufe höher gestiegen (2017 waren es 24,8% und 2016 36,2%) und liegt weit über dem Niveau, das in Argentinien als “normal” betrachtet wird, von 20% bis höchstens 25%. Und das hat gefährliche Folgen.


- Exportmöglichkeiten, Exporthindernisse und Exportpolitik. Von Juan E. Alemann.
Präsident Mauricio Macri ist überzeugt, dass Argentinien das Problem des Handelsbilanzdefizits durch wesentlich höhere Exporte lösen kann und dass dies, und nicht die Beschränkung der Importe, der richtige Weg ist. Doch bisher war er dabei nicht erfolgreich, wobei allerdings auch die schwere Dürre vom letzten Sommer zum Misserfolg beitrug. Die Exporte liegen jetzt weit unter dem Stand, den sich in vergangenen Jahren erreicht haben. 2011 wurde für u$s 83 Mrd. exportiert (allerdings bei Sojabohne zu über u$s 500 pro Tonne, statt um die u$s 350 vorher und nachher), 2017 nur für u$s 58 Mrd. Und die Importe sind inzwischen stark gestiegen.

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