In dieser Ausgabe, 29. Dezember 2017:

principal

TITELSEITE

„Fürchtet euch nicht“
Deutscher Bundespräsident ruft zu Vertrauen in den Staat auf
Berlin (dpa) - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Menschen in Deutschland zu Vertrauen in den Staat und gesellschaftlichem Engagement aufgerufen. Angesichts der Rekorddauer bis zur Bildung einer neuen Bundesregierung sagte Steinmeier in seiner Weihnachtsansprache: „Ich versichere Ihnen: Der Staat handelt nach den Regeln, die unsere Verfassung für eine Situation wie diese ausdrücklich vorsieht, auch wenn solche Regeln in den letzten Jahrzehnten nie gebraucht wurden.“ Steinmeier weiter: „Wir können Vertrauen haben.“

 

DEUTSCHLAND

Ausgemerkelt
Geht es nach den Deutschen, wird Bundeskanzlerin Angela Merkel den Amtsrekord ihres Vorvorgängers Helmut Kohl nicht mehr einstellen können. Eine Mehrheit ist inzwischen so Merkel-müde, dass sie einen Rücktritt vor Ende der Legislaturperiode 2021 wünscht.

titular1
 

LATEINAMERIKA

Ausgetauscht
Politischer Kuhhandel in Peru. Präsident Pedro Kuczynski ist einem Amtsenthebungsverfahren durch das Parlament entgangen. Als Gegenleistung hat er den wegen Menschenrechtsverbrechen inhaftierten Ex-Präsidenten Alberto Fujimori begnadigt.

titular2
 

KULTUR

Ausposaunt
Mit Musik ins Neue Jahr. Musikliebhaber aus aller Welt freuen sich auf das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker. Angesagt sind auch die Silvesterkonzerte der Berliner Philharmoniker und der Sächsischen Staatskapelle in der Dresdener Semperoper.

titular3
 

SPORT

Ausgekontert
Messi vor Ronaldo, ter Stegen vor Kroos - der FC Barcelona hat den spanischen "Clásico" gegen Real Madrid eindrucksvoll für sich entschieden. Wesentlichen Anteil am Sieg der Katalanen hatte deren deutscher Torhüter Marc-Andre ter Stegen.

titular4

line

Auch in dieser Ausgabe:

INTERNATIONALES
- Franziskus beklagt „Kriegsstürme“. Vertriebene und Verfolgte im Zentrum der Weihnachtsbotschaften.
Rom (dpa) - Papst Franziskus hat in seiner Weihnachtsbotschaft „Kriegsstürme“ in der Welt beklagt und mehr Mitgefühl mit Migranten angemahnt. Er erinnerte an die vielen Menschen, die wie in der Weihnachtsgeschichte Maria und Joseph vor Krieg und Verfolgung auf der Flucht seien. Jeder müsste sich dafür einsetzen, „unsere Welt menschlicher und würdiger für die Kinder von heute und morgen zu gestalten“, sagte der Pontifex am ersten Weihnachtsfeiertag auf dem Petersplatz in Rom. Insbesondere rief er zum Frieden für Jerusalem, Syrien, Irak, Jemen und in Korea, Venezuela und Südsudan auf.


- Katalanen bleiben stur. Erfolg für Separatisten bei Regionalwahl.
Madrid/Barcelona (dpa) - Nach dem Erfolg der Separatisten bei der Neuwahl in der Konfliktregion Katalonien wartet Spanien mit Spannung auf die Gespräche zur Regierungsbildung. Diese werden aber wohl erst nach dem Dreikönigstag am 6. Januar beginnen. König Felipe VI. rief die Entscheidungsträger zu verantwortlichem Handeln auf. „In Katalonien darf der Weg nicht erneut zu Konfrontation oder Ausschluss führen“, warnte der Monarch am Sonntagabend in seiner Weihnachtsansprache. Seine Rede wurde von den Separatisten scharf kritisiert.

MEINUNG
- Macri schreitet gestärkt ins neue Jahr. Von Juan E. Alemann
Präsident Mauricio Macri ist aus den Wahlen vom 22. Oktober gestärkt hervorgegangen, und jetzt hat er seine Machtposition bestätigt. Es ist den Verbrechern, oder Terroristen, wie immer man sie nennen will, nicht gelungen, aus den Verwüstungen, Plünderungen und den Angriffen auf die Polizei und die Gendarmerie politisches Kapital zu schlagen. Die Regierung hat sich dabei so passiv wie möglich verhalten, und vermieden, dass es Tote und Schwerverletzte bei Mitgliedern der Bande gab, wie es diese beabsichtigte. Macri hat die Schlacht auf der Straße verloren, die Zerstörungen hingenommen und bedauert, dass so viele Polizisten mit großen Steinen verletzt wurden, die auf sie geworfen wurden, wobei mehrere ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten, wo er sie besuchte.


- Im Blickfeld: Mein Jahr. Von Stefan Kuhn.
Die Erinnerung war noch präsent, aber ich habe trotzdem nachgeschaut. Man will sich ja nicht wiederholen. Das Jahr 2016 habe ich im Rückblick als „Schreckensjahr“ beschrieben. Das war ein Fehler. Nicht etwa, weil mein Blick auf 2016 mit der zeitlichen Distanz etwas milder geworden ist, sondern weil das zu Ende gehende Jahr definitiv schlimmer war. Substantive kann man nicht steigern.

SPORT
- Russland reagiert.
Moskau (dpa) - Sechs Monate vor der Fußball-WM in Russland muss Cheforganisator Witali Mutko unter dem Druck des Doping-Skandals seinen Posten räumen.


- Hamsik übertrifft Maradona.
Neapel (dpa) - Der Slowake Marek Hamsik hat Fußball-Idol Diego Maradona als Rekordtorjäger des Serie-A-Clubs SSC Neapel übertroffen.

FREIZEIT
- Neues Jahr - Neuer Anfang. Von Fenja Langs.
Buenos Aires (AT) - Dieses Jahr werden wir alle zu besseren Menschen. Machen auf jeden Fall mehr Sport, reduzieren den Alkoholkonsum, hören mit dem Rauchen auf und verzichten auf Schokolade. Wenn die Turmuhr am 31. Dezember 12 Uhr Mitternacht schlägt, ist die Gefühlsduselei besonders hoch. Tausende neuer Vorsätze werden geschworen, und leider nur allzu oft viel zu schnell wieder gebrochen. Die Frustration scheint fast schon vorprogrammiert zu sein. Damit die Wünsche und guten Vorsätze nicht gleich schon am nächsten Tag zu einem Laster werden, hier ein paar Tipps.

GEMEINSCHAFTEN
- Jahreshauptversammlung des Dachverbandes F. A. A. G..
Immer zuvorkommend, stellte das Deutsche Hospital wieder den Deutschlandsaal zur Abhaltung der Hauptversammlung des Dachverbandes FAAG zur Verfügung. Wie üblich, um über den Jahresbericht zu befinden und die Teilerneuerung des Vorstandes vorzunehmen.


- Auch viele Jahre danach, ein dankbares Gedenken.
Wie alljährlich, fand sich, diesmal am Sonntag, 17. Dezember, eine große und immer getreue Anzahl Personen auf dem Deutschen Kirchhof in Chacarita ein, um an der letzten Ruhestätte von Kapitän zur See Hans Langsdorff der Geschehnisse vor nunmehr 78 Jahren zu gedenken, als das Schicksal des Panzerschiffes „Admiral Graf Spee“ mit der Selbstversenkung besiegelt wurde und die gesamte Mannschaft nach Argentinien überführt wurde.

SEITE DER FRAU
- Solidarität als Herzensangelegenheit.
Gespräch mit der Gattin des deutschen Botschafters, Cecilia de Mertens. Von Helma Rissel.

WIRTSCHAFT
- Hohes Handelsbilanzdefizit.
Die Handelsbilanz wies im November ein Rekorddefizit von u$s 1,54 Mrd. aus, das sich mit einem Überschuss von $ 124 Mio. im November 2016 vergleicht. In 11 Monaten 2017 beträgt das Defizit u$s 7,65 Mrd., und für ganz 2017 dürfte es nicht unter u$s 9 Mrd. liegen. 2016 wurde ein Überschuss von u$s 2,13 Mrd. erreicht. Die Verschlechterung in diesem Jahr ist auffallend. Der bisherige Rekord beim Außenhandelsbilanzdefizit wurde 1999 mit u$s 2,2 Mrd. erreicht.

WIRTSCHAFTSÜBERSICHT
- Eine unternehmensfreundliche Steuerreform. Von Juan E. Alemann
Die Steuerreform, die die Regierung letzte Woche im Parlament durchgesetzt hat, enthält Korrekturen des Systems, von denen jedoch die wichtigsten erst in einigen Jahren voll auftreten. Gesamthaft kostet die Reform dem Fiskus viel Geld. Es ist kein neutrale Reform, mit Steuersenkungen, die durch Zunahmen ausgeglichen werden, sondern ein Verlustgeschäft für die Staatsfinanzen, bei dem davon ausgegangen wird, dass in den kommenden Jahren die Staatsausgaben real gesenkt werden und das Bruttoinlandsprodukt steigt, so dass auch die Steuereinnahmen zunehmen. Allein die Schecksteuer, die schrittweise auf die Gewinnsteuer angerechnet werden kann, so dass schließlich für den Fiskus nichts übrig bleibt, bringt der Staatskasse dieses Jahr $ 20 Mrd., die dann in 5 Jahren fehlen. Das Institut für Fiskalstudien IARAF, geleitet von Nadin Argañaraz, hat den Verlust für 2018 auf 0,5% des BIP berechnet. Danach nimmt er zu und erreicht in 5 Jahren auf 1,9% des BIP. .


- Das neue Konzessionssystem für staatliche Infrastrukturinvestitionen. Von Juan E. Alemann
Die Macri-Regierung hat schon 2016 ein Gesetz im Kongress vorgelegt, das sich auf eine völlig neue Form der staatlich-privaten Zusammenarbeit bei Investitionen bezieht, die auf den Staat entfallen. Es wurde ohne Schwierigkeiten verabschiedet, mit den notwendigen Stimmen der Opposition. Das System wurde offiziell PPP (“participación público privada”) getauft, wobei es zunächst als eine neue Form der privaten Finanzierung öffentlicher Investitionen in Infrastruktur und auch anderen Objekten dargestellt wurde. Doch es handelt sich um viel mehr als das: die einzelnen Objekte werden von den zuständigen staatlichen Stellen ausgeschrieben und an denjenigen zugeteilt, der das Objekt zu den niedrigsten Kosten durchführt. Danach wird dem Gewinner der volle Betrag der Kosten des Objektes in Staatstiteln übergeben, die in 15 bis 20 Jahren amortisiert werden, voraussichtlich mit einer Karenzfrist von bis zu fünf Jahren.

Develop Cámara Argentino Alemana Cámara de Comercio Suizo Argentina Cámara de Comercio Argentino Austríaca