In dieser Ausgabe, Freitag 20. April:

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TITELSEITE

Díaz-Canel beerbt Castro
Kubas neuer Präsident will die Revolution fortsetzen
Havanna (dpa/mc) - Stabwechsel in Kuba: Mit Miguel Díaz-Canel rückt erstmals ein Präsident an die Regierungsspitze, der erst nach der Revolution geboren wurde. Dramatische Veränderungen sind allerdings nicht zu erwarten - der Neue will Kurs halten. „Die Revolution geht weiter und wird immer weiter gehen“, sagte Díaz-Canel gestern. „In diesem historischen und entscheidenden Moment werde ich für Kontinuität sorgen.“ Zuvor hatten die Abgeordneten den 58-Jährigen mit 99,83 Prozent der Stimmen zum neuen Staatschef der sozialistischen Karibikinsel gewählt.

 

ARGENTINIEN

Gewarnt
Auf dem Amerika-Gipfel hat Präsident Macri Venezuela scharf kritisiert und die anderen amerikanischen Länder dazu aufgerufen, die dortigen Wahlen nicht anzuerkennen.

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DEUTSCHLAND

Geeinigt
Bundeskanzlerin Merkel und der französische Präsident Macron haben sich in Berlin darauf verständigt, bis Juni konkrete Vorschläge für eine Reform der EU zu formulieren.

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KULTUR

Gedreht
Der deutsche Regisseur Tilman Singer stellte auf dem BAFICI seinen Horrorthriller „Luz“ vor. Dem Tageblatt erzählte der Kölner von seiner Sehnsucht nach Lateinamerika.

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SPORT

Geglänzt
Der FC Bayern steht nach einem 6:2 gegen Leverkusen im DFB-Pokalfinale. Dort wartet Eintracht Frankfurt mit Trainer Niko Kovac, der zur neuen Saison an die Isar wechselt.

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Auch in dieser Ausgabe:

INTERNATIONALES
- Hoffen auf Frieden in Korea. Südkoreas Präsident: Nordkorea zur atomaren Abrüstung bereit.
Seoul/Mar-a-Lago (dpa) - Vor seinem Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat sich Südkoreas Präsident Moon Jae In optimistisch über ein Abkommen zum kompletten Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms gezeigt. „Nordkorea hat seinen Willen zur vollständigen Denuklearisierung geäußert“, sagte Moon am Donnerstag laut seinem Büro bei einem Treffen mit Führungskräften einheimischer Medien.


- Wieder Ärger für Trump. Ex-FBI-Chef Comey veröffentlicht Buch über den US-Präsidenten.
Washington (dpa) - Der im Mai von Donald Trump entlassene FBI-Chef James Comey hat in einem Fernsehinterview aufs Schärfste mit dem US-Präsidenten abgerechnet. Trump sei „moralisch ungeeignet“, Präsident zu sein, sagte der 57-Jährige dem Sender ABC News in einem am Sonntagabend ausgestrahlten Gespräch. Seiner Ansicht nach könnte Russland im Besitz von kompromittierendem Material über Trump sein. Er halte es auch für möglich, dass der US-Präsident die Justiz behindert hat. Dafür gebe es „sicherlich einige Hinweise“.

MEINUNG
- Der Peronismus in der Krise. Von Juan E. Alemann.
Mit der Intervenierung der nationalen justizialistischen Partei, die die Richterin María Romilda Servini verfügt hat, ist die tiefe Krise des Peronismus krass zum Ausdruck gekommen, die jedoch schon seit langem besteht. Die Krise entstand im Grunde schon, als Néstor Kirchner von “Transversalität” sprach und den Justizialismus in eine neue Ideologie kleiden wollte, was später mit der Bildung der Gruppe “La Cámpora” weitergeführt wurde. Néstor und Cristina Kirchner stiegen zwar politisch als Peronisten auf, hatten aber keine Sympathie für Perón. Beim letzten Auftritt von Perón auf der Plaza de Mayo, waren Néstor und Cristina auch dabei, aber sie gehörten zur Gruppe, die Perón schreiend beschimpfte und dann die Kundgebung verließ. Perón hat sie danach in seiner Rede als Peronisten ausgeschlossen.


- Im Blickfeld: Dosierter Machtwechsel. Von Marcus Christoph.
Kuba leitet den Generationenwechsel ein: Der bisherige Vizepräsident Miguel Díaz-Canel ist vom kubanischen Parlament zum neuen Staatsoberhaupt der sozialistischen Karibikinsel gewählt worden. Dies ist folgerichtig, schließlich ist die alte Revolutionsgarde mit dem 86-jährigen Raúl Castro an der Spitze hochbetagt. Alleine schon von daher liegt es auf der Hand, dass Vertreter der nachfolgenden Generation, die die Revolution nicht mehr selbst aktiv erkämpft hat, sukzessive die Verantwortung übernimmt.

HINTERGRUND
- Nahles oder doch Lange? Neue SPD-Chefin soll Sozialdemokraten aus dem Jammertal führen. Von Klaus Blume.
Eine neue „Groko“ hatte die SPD in Deutschland eigentlich gar nicht gewollt. Jetzt regiert sie doch wieder an der Seite Angela Merkels - und braucht einen neuen Parteichef. Zwei Frauen bewerben sich.

ARGENTINIEN
- „Trotz allem sind wir hier“. Holocaust-Gedenken der DAIA im CCK. Von Marcus Christoph.
Buenos Aires (AT) - „Wir weinen um die, die ums Leben kamen. Aber lasst uns auch das Signal senden: Trotz allem sind wir hier.“ Mit besonders emotionalen Worten erinnerte die Holocaust-Überlebende Marion Epinguer an den Völkermord an den europäischen Juden, dem während des Zweiten Weltkriegs sechs Millionen Menschen zum Opfer fielen. Epinguer war elf Jahre alt, als die deutsche Wehrmacht in ihr Heimatland Ungarn einmarschierte und sie mit ihrer Familie untertauchen musste, um nicht in die Vernichtungslager der Nationalsozialisten deportiert zu werden.

SPORT
- Schalke gewinnt Revierderby. 2:0 gegen BVB / Bayern zerlegt Gladbach.
Gelsenkirchen (dpa/mc) - Der FC Schalke 04 hat mit dem prestigeträchtigen Derbysieg gegen Borussia Dortmund einen großen Schritt Richtung Champions-League-Qualifikation getan. 142 Tage nach dem spektakulären 4:4 im Hinspiel in Dortmund besiegten die Königsblauen den Nachbarn im 92. Revierduell der Fußball-Bundesliga verdient mit 2:0 (0:0). Im Kampf um den zweiten Platz setzte sich Schalke vier Spieltage vor Saisonende auf vier Punkte vom BVB ab.


- Ziel: Olympia in NRW.
Düsseldorf (dpa) - Bodenständig und fernab von Gigantomanie - mit diesem Versprechen sollen die Menschen in Nordrhein-Westfalen für Olympia 2032 an Rhein und Ruhr begeistert werden. 14 nordrhein-westfälische Kommunen haben sich für Olympische Sommerspiele und Paralympics an Rhein und Ruhr zusammengetan. Von einer landesweiten Volksabstimmung über Olympia 2032 hält Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) nichts.


- Bayern gegen Real.
Nyon (dpa/mc) - Wieder Real Madrid, wieder Cristiano Ronaldo: Der FC Bayern München bekommt es im Halbfinale der Fußball-Champions-League wieder einmal mit den Königlichen zu tun.

FREIZEIT
- Stationen fürs Museum. Von Magdalena Hechtel.
Buenos Aires (AT) – Das U-Bahn-Netz der Hauptstadt besteht seit 1913, damals war es das erste Transportsystem unter Tage der südlichen Erdhalbkugel. Heute befördern sechs Linien über 86 Stationen hinweg auf einer Gesamtlänge von 52,3 Kilometern die Fahrgäste. So unspektakulär wie die Theorie klingt, so bunt, fantasievoll und ideenreich ist die Realität. Denn viele der Subte-Bahnhöfe sind nicht nur eine einfache U-Bahn-Station, sondern auch ein Ort, an dem Kunst zu Hause ist.

HÜBEN & DRÜBEN
- Im Tangofieber. Autor Pedro Ochoa untersucht Rolle des Tangos im Weltkino. Text und Fotos: Milena Erlhof.
Buenos Aires (AT) - Tangomanie - diese äußerst ansteckende Modekrankheit stammt nicht, wie man vermuten könnte, aus der Gegenwart. Schon 1911 schwappte die erste Welle der Begeisterung für die Nostalgie durch Europa.


- Fotos, die die Welt bedeuten. „World Press Photo“ des Jahres zeigt brennenden Mann in Venezuela.
Amsterdam (dpa) - Ein rennender junger Mann mit Gasmaske, sein Oberkörper steht in Flammen: Ein spektakuläres Foto von den heftigen Unruhen in Venezuela ist das Weltpresse-Foto des Jahres 2018. Die Jury des renommierten Wettbewerbs „World Press Photo“ zeichnete dafür den Fotografen Ronaldo Schemidt in Amsterdam mit dem mit 10.000 Euro dotierten ersten Preis aus. Auch zwei deutsche Fotografen wurden geehrt.

WISSENSCHAFT
- Entspannt und topfit. Commander Gerst vor Mission ins All. Von Yuriko Wahl-Immel.
In sieben Wochen startet Alexander Gerst zum zweiten Mal zur ISS. Zeitweise wird er erster deutscher Kommandant der Raumstation. Vor seinem Abheben kommt er gewohnt bodenständig-bescheiden daher. Im Blaumann schildert er die Ziele der Mission.


- Essenziell und kostenlos. Software-Standards für Windows-Rechner. Von Peter Münch.
Wer sich einen neuen Windows-Rechner gekauft hat oder seine alte Kiste neu aufsetzt, steht vor der Aufgabe, die noch gähnend leere Festplatte mit Software zu bevölkern. Programme gibt es jede Menge. Die Kunst ist, die richtig wichtigen auszuwählen.


- Schleichende Gefahr. Darum muss Bluthochdruck behandelt werden. Von Sabine Meuter.
Regt sich jemand auf, rast das Herz mitunter los und pumpt massenweise Blut durch den Körper. Das ist nicht bedenklich. Bei manchen Menschen ist der Blutdruck aber permanent zu hoch. Das Tückische: Sie merken es meist gar nicht.


- Bessere Trennung. Mehr Müll ins Recycling statt auf die Kippe. Von Verena Schmitt-Roschmann.
Die Deutschen sehen sich als Weltmeister der Mülltrennung - aber auch sie müssen noch eine Schippe drauflegen. Denn die EU will ernst machen mit der Kreislaufwirtschaft.

GEMEINSCHAFTEN
- „Verlernen – wir müssen jetzt auch verlernen“.
Rodrigo Alonso, der renommierteste Kurator für zeitgenössische Kunst in Argentinien, spricht in der Goethe Schule über die 14. Documenta, die zwischen Frühling und Herbst letzten Jahres für je 100 Tage zunächst in Athen und anschließend in Kassel ihre Pforten öffnete.


- Los Pinos-Fest 2018 der DWG: Einmal unter bedecktem Himmel und bei Dauerregen.

SEITE DER FRAU
- Nadel und Faden – reparierend und heilend. Gespräch mit Chemikerin und Künstlerin Ana Slatkes. Von Helma Rissel.
Ein klinisches Auge war von Beginn vorhanden, als Ana Slatkes ihren Berufsweg begann.

KULTUR
- Musikpreis unter Druck. Preisverleihung an Farid Bang und Kollegah löst heftige Kritik aus.
Berlin (dpa) - Der deutsche Musikpreis Echo steht vor einem Scherbenhaufen. Am Dienstag kündigte auch Musiker Marius Müller-Westernhagen (69) an, nach den Antisemitismus-Schlagzeilen alle seine Echo-Trophäen zurückzugeben. „Die Verherrlichung von Erfolg und Popularität um jeden Preis demotiviert die Kreativen und nimmt dem künstlerischen Anspruch die Luft zum Atmen. Eine neue Stufe der Verrohung ist erreicht“, erklärte er. Der Veranstalter des Musikpreises entschuldigte sich und sprach angesichts des Echos für ein umstrittenes Rap-Album von einem Fehler.


- „Buenos días, Kuba“. DDR-Autor Landolf Scherzers veröffentlicht wohlwollenden Reisebericht. Von Klaus Blume.
Berlin - Damit hatte Landolf Scherzer wohl nicht gerechnet, als er sein Flugticket nach Havanna buchte. Kaum ist der Thüringer Schriftsteller in Kuba eingetroffen, stirbt Revolutionsführer Fidel Castro. Auf der Karibikinsel endet eine Ära, der Besucher aus Alemania erlebt ein Land im Ausnahmezustand.

WIRTSCHAFT
- Staatsfinanzen im 1. Quartal.
Am Freitag der Vorwoche gab Schatzminister Nicolás Dujovne in einer Pressekonferenz die Zahlen der Finanzen des Bundesstaates für März und des 1. Quartals 2018 bekannt. Das primäre Defizit betrug im Quartal nur 0,3% des Bruttoinlandsproduktes, gegen ein Plansoll, das im Haushaltsprojekt vorgesehen war, von 0,6%. In absoluten Zahlen waren es $ 31 Mrd., 25% unter der gleichen Vorjahresperiode.


- Geldvermögen der Deutschen wächst - Rekord 2017.
Die Menschen in Deutschland haben trotz der Zinsflaute in der Summe so viel auf der hohen Kante wie nie zuvor. Das Geldvermögen der privaten Haushalte stieg bis Ende 2017 gegenüber dem Vorjahr um knapp 5% auf den Rekordwert von E 5857 Mrd., wie die Deutsche Bundesbank mitteilte. Getrieben wurde die Entwicklung auch durch Kursgewinne an den Aktienmärkten.

WIRTSCHAFTSÜBERSICHT
- Die Sorge um die hohe Inflation.
Die Zunahme des Indices der Konsumentenpreise des Statistischen Amtes (INDEC) um 2,3% im März lag zwar in der Größenordnung der Erwartungen, war dennoch für die Regierung eine sehr schlechte Nachricht. Dies umso mehr, als die Kerninflation, also ohne öffentliche Dienste und den von der Regierung festgesetzten Preisen, und auch ohne die Preise von Gütern, die saisonbedingt stark schwanken, 2,6% betrug. Man kann somit dieses Mal die “Schuld” nicht auf die Tarife öffentlicher Dienste zurückführen, die zurückgeblieben sind und normalisiert werden müssen, was bedeutet, dass sie mehr als die anderen Preise (und auch die Löhne) zunehmen müssen. Im 1. Quartal nahmen die Preise somit um 6,7% zu, was kumulativ hochgerechnet 29,6% ergibt, mehr als die 24,8% von 2017.


- Absurde Fantasieprojekte.
Immer wieder kommen Projekte für große öffentliche Investitionen auf, die keinen vernünftigen Sinn haben, aber dennoch ernst genommen werden, doch die jeweilige Regierung längere Zeit beschäftigen und dabei auch überflüssige Ausgaben verursachen. Gelegentlich werden sie auch durchgeführt. Das zeugt von geringer Rationalität und stellt der argentinischen Gesellschaft, besonders den Politikern und dem Establishment im allgemeinen, ein schlechtes Zeugnis aus. Die Mittel für öffentliche Investitionen sind immer knapp, und deshalb muss auf diesem Gebiet sehr rationell vorgegangen werden. Das fällt jedoch in Argentinien offensichtlich besonders schwer.

Develop Cámara Argentino Alemana Cámara de Comercio Suizo Argentina Cámara de Comercio Argentino Austríaca